Blutdruck und Hirnfunktion: Beeinflusst der Blutdruck Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denken?

Zuletzt überprüft:
04 Feb. 2026,
Medizinisch überprüft von:

Blutdruck und Hirnfunktion: Beeinflusst der Blutdruck Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denken?

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Deine Gedanken schweifen regelmäßig ab, obwohl du dich konzentrieren musst? Du vergisst mehrmals am Tag, wo du dein Handy hingelegt hast? Dann fragst du dich vielleicht, ob dein Gedächtnis nachlässt und was die Ursachen sein könnten. Es gibt viele Gründe dafür, von trivial bis äußerst ernst – auch dein Blutdruck könnte ein Auslöser sein.

Das liegt daran, dass der Blutdruck direkt beeinflusst, wie gut dein Gehirn funktioniert. Da das Blut Nährstoffe und Sauerstoff zu deinem Gehirn transportiert, können Veränderungen im Blutfluss subtile Auswirkungen auf deine kognitive Leistungsfähigkeit und dein Denkvermögen haben.

In diesem Artikel beleuchten wir die komplexe Beziehung zwischen Blutdruck und Hirnfunktion und zeigen dir, was du tun kannst, um die Gesundheit deines Gehirns langfristig zu erhalten.

Wenn du dir Sorgen um dein Gedächtnis oder deine mentale Gesundheit machst, suche immer den Rat bei medizinischem Fachpersonal.

Plötzliche Verwirrtheit und Gedächtnislücken könnten Anzeichen für einen Schlaganfall oder eine hypertensive Krise sein. Solltest du beunruhigende Symptome in Bezug auf deine Hirnfunktion bemerken, rufe sofort die 112 an.

Blutdruck und Konzentrationsstörungen

Die meisten Menschen haben irgendwann in ihrem Leben schon einmal Konzentrationsstörungen erlebt. Vielleicht warst du bei einer beruflichen Aufgabe unkonzentriert und hattest Schwierigkeiten, dich zu fokussieren. Oder du hast schlecht geschlafen und konntest am nächsten Morgen nicht klar denken– das ist völlig normal. Aber was passiert, wenn kognitive Beeinträchtigungen zum täglichen Begleiter werden?

Es gibt viele Faktoren, die zu mentalen Blockaden beitragen können, aber ein unnormaler Blutdruck wird als mögliche Ursache manchmal übersehen.

Dein Gehirn macht zwar nur 2 % deines Körpergewichts aus, beansprucht aber 20 % des gesamten Sauerstoffs in deinem Körper. Das bedeutet, dass bei einer Beeinträchtigung des Blutflusses auch die Sauerstoffversorgung erheblich gestört wird – und du möglicherweise feststellst, dass dir selbst einfache Alltagsaufgaben schwerfallen.

Wenn du unter Konzentrationsschwierigkeiten leidest, ist es eine gute Idee, auch einmal deinen Blutdruck zu überprüfen. Liegt er im normalen Bereich, kannst du ihn als Ursache ausschließen. Ist er jedoch zu hoch (Hypertonie) oder zu niedrig (Hypotonie), kann es sinnvoll sein, das Thema Blutdruckmanagement mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen. So kannst du auch gesundheitliche Probleme angehen, die mit hohem oder niedrigem Blutdruck einhergehen, zum Beispiel Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Ohnmachtsanfälle.

Den Blutdruck zu messen, ist immer sinnvoll. Du solltest jedoch bedenken, dass dir eine Messung beim Arzt oder in einer medizinischen Einrichtung lediglich einen einzelnen Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt liefert. Blutdruckmessungen in solchen “medizinischen” Umgebungen können jedoch erhöhte oder fehlerhafte Werte zeigen (z.B. wegen des sogenannten Weißkittel-Syndroms) .

Zudem sind Schwankungen im Blutdruck völlig normal. Eine kontinuierliche Überwachung des Blutdrucks mit einem Wearable kann dir daher ein viel besseres Verständnis dafür geben, wie sich dein Blutdruck tatsächlich verhält – sowohl tagsüber als auch nachts, und über längere Zeiträume wie eine Woche, einen Monat oder sogar ein Jahr hinweg.

Hoher Blutdruck und kognitive Beeinträchtigung

Mehrere Studien weisen darauf hin, dass Bluthochdruck ein wesentlicher Faktor für kognitive Beeinträchtigung ist, insbesondere bei vaskulärer Demenz.

Eine Studie von Forschern der Harvard-Universität untersuchte gesunde ältere Teilnehmer, die in einer betreuten Wohnanlage lebten. Dabei fanden sie einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Blutdruck und Beeinträchtigungen der exekutiven Funktionen – also der Fähigkeit, sich zu konzentrieren, Impulse und Emotionen zu kontrollieren, Aufgaben zu durchdenken und wichtige Dinge im Gedächtnis zu behalten.

Doch Bluthochdruck ist nicht nur ein Problem im Alter. Immer mehr Studien zeigen, dass die Kontrolle des Blutdrucks in der Lebensmitte eine entscheidende Rolle dabei spielen kann, ob Menschen im Alter an Demenz erkranken.

Während der Blutdruck der entscheidende Faktor ist, müssen auch die medizinischen Probleme berücksichtigt werden, die Bluthochdruck verursachen können. Zum Beispiel ist Fettleibigkeit ein bedeutender Risikofaktor. Forscher haben gezeigt, dass sowohl Bluthochdruck als auch Fettleibigkeit bereits für sich genommen zu einer geringeren kognitiven Leistungsfähigkeit bei Männern führten – die Kombination aus Fettleibigkeit und Bluthochdruck hatte jedoch einen noch größeren Einfluss.

Ähnliches gilt für Nierenerkrankungen: Bei Patienten mit Nierenerkrankungen und Patienten mit Demenz wurden dieselben Auffälligkeiten in den Blutgefäßen des Gehirns festgestellt. Wichtig ist, dass Bluthochdruck ein zentraler Risikofaktor für Nierenerkrankungen ist.

Halte dich über die neuesten Entwicklungen in der Herz-Kreislauf-Gesundheit auf dem Laufenden – melde dich für unseren Newsletter an!

 

Blutdruck und Gedächtnis

Forscher der Johns Hopkins University in den USA haben kürzlich die Ergebnisse einer Langzeitstudie veröffentlicht, bei der 15.000 Teilnehmer über 20 Jahre hinweg untersucht wurden. Die Forschenden stellten eine starke Korrelation zwischen Bluthochdruck und Gedächtnisverlust fest. Teilnehmer mit Bluthochdruck in der Lebensmitte zeigten im Alter einen 6,5% stärkeren Rückgang von Gedächtnisleistung und kognitiven Fähigkeiten als Personen mit normalem Blutdruck.

Wenn Menschen jedoch in der Lebensmitte mit Bluthochdruck diagnostiziert wurden und Maßnahmen ergriffen, um ihren Blutdruck zu kontrollieren, schnitten sie im Alter bei kognitiven Tests deutlich besser ab.

Auffälliger Blutdruck kann Aufmerksamkeitsdefizite verursachen

Neben den Auswirkungen auf Hirnfunktion und Gedächtnis gibt es auch Hinweise darauf, dass abweichender Blutdruck unsere Fähigkeit, sich zu konzentrieren, beeinträchtigen kann. Eine aktuelle systematische Studie hat gezeigt, dass ein höherer Blutdruck die kognitive Leistung in verschiedenen Bereichen beeinflussen kann – und das auch ohne das Vorliegen von Demenz oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfällen. Blutdruck ist also ein Faktor für die kognitive Leistung, selbst wenn keine Demenz oder ein kardiovaskuläres Ereignis wie ein Schlaganfall vorliegt.

Die Autoren der Studie stellten außerdem fest, dass dies unabhängig von anderen sozioökonomischen Faktoren, medizinischen Begleiterkrankungen (wie Diabetes) und psychischen Störungen (wie Depressionen) der Fall war.

Natürlich ist weitere Forschung nötig, um die Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren zu bestätigen. Aber es könnte sinnvoll sein, deinen Blutdruck im Auge zu behalten, wenn du Veränderungen in deiner Konzentration oder deiner Aufmerksamkeitsspanne im Verlauf des Tages bemerkst.

Auswirkungen auf visuell-räumliche Fähigkeiten

Die visuell-räumliche Wahrnehmung ist wichtig, um zu erkennen, wo sich Objekte im Raum und zueinander befinden. Abweichender Blutdruck kann deine visuell-räumliche Wahrnehmung verändern und dein Urteilsvermögen darüber, wo sich Menschen und Objekte befinden, verzerren.

Eingeschränkte visuell-räumliche Fähigkeiten können zu folgenden Problemen führen:

  • Stolpern und Stürzen, weil Hindernisse nicht richtig eingeschätzt werden können
  • Schlechte Hand-Auge-Koordination
  • Verzerrte Tiefenwahrnehmung
  • Schwierigkeiten, Gesichter zu erkennen
  • Probleme bei alltäglichen Aufgaben wie Lesen

Bluthochdruck kann zu einem Rückgang der visuell-räumlichen Wahrnehmung führen. Personen mit normalem Blutdruck oder solche, die Medikamente gegen Bluthochdruck einnahmen, erzielten deutlich bessere Ergebnisse im so genannten Montreal Cognitive Assessment (neuropsychologischer Test) als Menschen mit Bluthochdruck. Dazu gehören die Bereiche visuell-räumliche Wahrnehmung, exekutive Funktionen, Aufmerksamkeit, Abstraktionsvermögen, Gedächtnis und Erinnerungsvermögen

Das Gehirn jung halten

Der Blutfluss zum Gehirn beeinflusst, wie viel Sauerstoff und Nährstoffe deinem Gehirn zur Verfügung stehen. Und ähnlich einem Lieferwagen, der im Stau stecken bleibt, kann dein Gehirn nicht die nötigen Ressourcen erhalten, um richtig zu arbeiten, wenn der Blutfluss gestört ist.

Bewegung kann den Blutfluss zum Gehirn verbessern. Außerdem werden dabei Endorphine (Wohlfühlhormone) freigesetzt und Stress wird reduziert. Sport ist auch eine gute Möglichkeit, deinen Blutdruck im gesunden Bereich zu halten, da er die Herzstärke erhöht. Das bedeutet, dass dein Herz mit weniger Anstrengung Blut pumpen kann und der Blutdruck dadurch sinkt.

Zusammenfassung

Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, der häufige Verzehr von hoch verarbeiteten Lebensmitteln und Bewegungsmangel können sowohl die kognitive Leistung als auch den Blutdruck negativ beeinflussen. Wenn du also deinen Lebensstil in Richtung gesünderer Gewohnheiten anpasst, kannst du gleichzeitig etwas Gutes für dein Gehirn und deine Herz-Kreislauf-Gesundheit tun.

Sobald du erfährst, dass du Bluthochdruck hast, kannst du Maßnahmen ergreifen. Die Kontrolle des Blutdrucks reduziert das Risiko, im späteren Leben an neurologischen Krankheiten zu leiden. Allerdings wird geschätzt, dass 1 von 3 Erwachsenen in Deutschland Bluthochdruck hat, aber die Hälfte der Betroffenen weder diagnostiziert noch behandelt wird. Hier kann das regelmäßige Messen deines Blutdrucks mit einem Hilo Band den entscheidenden Unterschied machen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und enthält keine medizinischen Ratschläge. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Die Informationen in diesem Artikel sind nicht dazu gedacht, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder vorzubeugen. Konsultiere eine qualifizierte medizinische Fachkraft, bevor du Änderungen an deinem Gesundheitsplan vornimmst.


Quellen

7 common causes of forgetfulness. Harvard Health Publishing. https://www.health.harvard.edu/blog/7-common-causes-of-forgetfulness-201302225923 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Study Reveals Brain’s Finely Tuned System of Energy Supply. University of Rochester Medical Center. https://www.urmc.rochester.edu/news/story/study-reveals-brains-finely-tuned-system-of-energy-supply (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Blood pressure test. National Health Service (NHS), UK. https://www.nhs.uk/tests-and-treatments/blood-pressure-test/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

High blood pressure. National Health Service (NHS), UK. https://www.nhs.uk/conditions/high-blood-pressure/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Low blood pressure. National Health Service (NHS), UK. https://www.nhs.uk/conditions/low-blood-pressure-hypotension/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

White Coat Syndrome. Cleveland Clinic. https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/23989-white-coat-syndrome (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Does Your Blood Pressure Fluctuate Widely? Here’s Why You Need to Pay Close Attention. Cleveland Clinic. https://health.clevelandclinic.org/does-your-blood-pressure-fluctuate-widely-heres-why-you-need-to-pay-close-attention (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Hilo Band. Hilo. https://hilo.com/de/blutdruckmessgerat/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

M. Canavan, M. J. O’Donnell, Hypertension and Cognitive Impairment: A Review of Mechanisms and Key Concepts (2022). Front. Neurol., 13, 821135. https://doi.org/10.3389/fneur.2022.821135 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

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H.-K. Kuo, F, Sorond, I. Iloputaife, M. Gagnon, W. Milberg, L. A. Lipsitz, Effect of Blood Pressure on Cognitive Functions in Elderly Persons (2004). The Journals of Gerontology: Series A, 59, 11, 1191. https://doi.org/10.1093/gerona/59.11.1191 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

R. F. Gottesman, M. Egle, R. C. Groechel, A. Mughal, Blood pressure and the brain: the conundrum of hypertension and dementia (2024). Cardiovas. Res., 120, 18, 2360. https://doi.org/10.1093/cvr/cvaf010 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

M. F. Elias, P. K. Elia, L. M. Sulivan, P. A. Wolf, R. B. D’Agostino, Lower cognitive function in the presence of obesity and hypertension: the Framingham heart study (2003). Int. J. Obesity, 27, 260. https://doi.org/10.1038/sj.ijo.802225 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Kidney Disease Linked to Dementia. National Kidney Foundation. https://www.kidney.org/news-stories/kidney-disease-linked-to-dementia (Letzter Zugriff Dezember 2025)

R. F. Gottesman, A. L. Schneider, M. Albert et al., Midlife Hypertension and 20-Year Cognitive Change: The Atherosclerosis Risk in Communities Neurocognitive Study. JAMA Neurol., 71, 10, 1218. https://doi.org/10.1001/jamaneurol.2014.1646 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

A. Shapiro, R. E. Miller, H. E. King, E. H. Ginchereau, K. Fitzgibbon, Behavioral Consequences of Hypertension (1982). Hypertension, 4, 3, 355. https://doi.org/10.1016/j.cccb.2023.100165 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

J. S. Querido, A. William Sheel, Regulation of Cerebral Blood Flow During Exercise (2012). Sports Med., 37, 765. https://doi.org/10.2165/00007256-200737090-00002 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Exercise: A drug-free approach to lowering high blood pressure. Mayo Clinic. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/high-blood-pressure/in-depth/high-blood-pressure/art-20045206 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Bluthochdruck in Zahlen. Deutsche Hochdruckliga.https://www.hochdruckliga.de/presse/informationen/bluthochdruck-in-zahlen (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Hilfe, ich brauche eine neue Niere! Hanspeters Story. Hilo. https://hilo.com/de/art/leben-mit-pkd-blutdruck-nierentransplantation/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

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Deine Gedanken schweifen regelmäßig ab, obwohl du dich konzentrieren musst? Du vergisst mehrmals am Tag, wo du dein Handy hingelegt hast? Dann fragst du dich vielleicht, ob dein Gedächtnis nachlässt und was die Ursachen sein könnten. Es gibt viele Gründe dafür, von trivial bis äußerst ernst – auch dein Blutdruck könnte ein Auslöser sein.

Das liegt daran, dass der Blutdruck direkt beeinflusst, wie gut dein Gehirn funktioniert. Da das Blut Nährstoffe und Sauerstoff zu deinem Gehirn transportiert, können Veränderungen im Blutfluss subtile Auswirkungen auf deine kognitive Leistungsfähigkeit und dein Denkvermögen haben.

In diesem Artikel beleuchten wir die komplexe Beziehung zwischen Blutdruck und Hirnfunktion und zeigen dir, was du tun kannst, um die Gesundheit deines Gehirns langfristig zu erhalten.

Wenn du dir Sorgen um dein Gedächtnis oder deine mentale Gesundheit machst, suche immer den Rat bei medizinischem Fachpersonal.

Plötzliche Verwirrtheit und Gedächtnislücken könnten Anzeichen für einen Schlaganfall oder eine hypertensive Krise sein. Solltest du beunruhigende Symptome in Bezug auf deine Hirnfunktion bemerken, rufe sofort die 112 an.

Blutdruck und Konzentrationsstörungen

Die meisten Menschen haben irgendwann in ihrem Leben schon einmal Konzentrationsstörungen erlebt. Vielleicht warst du bei einer beruflichen Aufgabe unkonzentriert und hattest Schwierigkeiten, dich zu fokussieren. Oder du hast schlecht geschlafen und konntest am nächsten Morgen nicht klar denken– das ist völlig normal. Aber was passiert, wenn kognitive Beeinträchtigungen zum täglichen Begleiter werden?

Es gibt viele Faktoren, die zu mentalen Blockaden beitragen können, aber ein unnormaler Blutdruck wird als mögliche Ursache manchmal übersehen.

Dein Gehirn macht zwar nur 2 % deines Körpergewichts aus, beansprucht aber 20 % des gesamten Sauerstoffs in deinem Körper. Das bedeutet, dass bei einer Beeinträchtigung des Blutflusses auch die Sauerstoffversorgung erheblich gestört wird – und du möglicherweise feststellst, dass dir selbst einfache Alltagsaufgaben schwerfallen.

Wenn du unter Konzentrationsschwierigkeiten leidest, ist es eine gute Idee, auch einmal deinen Blutdruck zu überprüfen. Liegt er im normalen Bereich, kannst du ihn als Ursache ausschließen. Ist er jedoch zu hoch (Hypertonie) oder zu niedrig (Hypotonie), kann es sinnvoll sein, das Thema Blutdruckmanagement mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen. So kannst du auch gesundheitliche Probleme angehen, die mit hohem oder niedrigem Blutdruck einhergehen, zum Beispiel Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Ohnmachtsanfälle.

Den Blutdruck zu messen, ist immer sinnvoll. Du solltest jedoch bedenken, dass dir eine Messung beim Arzt oder in einer medizinischen Einrichtung lediglich einen einzelnen Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt liefert. Blutdruckmessungen in solchen “medizinischen” Umgebungen können jedoch erhöhte oder fehlerhafte Werte zeigen (z.B. wegen des sogenannten Weißkittel-Syndroms) .

Zudem sind Schwankungen im Blutdruck völlig normal. Eine kontinuierliche Überwachung des Blutdrucks mit einem Wearable kann dir daher ein viel besseres Verständnis dafür geben, wie sich dein Blutdruck tatsächlich verhält – sowohl tagsüber als auch nachts, und über längere Zeiträume wie eine Woche, einen Monat oder sogar ein Jahr hinweg.

Hoher Blutdruck und kognitive Beeinträchtigung

Mehrere Studien weisen darauf hin, dass Bluthochdruck ein wesentlicher Faktor für kognitive Beeinträchtigung ist, insbesondere bei vaskulärer Demenz.

Eine Studie von Forschern der Harvard-Universität untersuchte gesunde ältere Teilnehmer, die in einer betreuten Wohnanlage lebten. Dabei fanden sie einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Blutdruck und Beeinträchtigungen der exekutiven Funktionen – also der Fähigkeit, sich zu konzentrieren, Impulse und Emotionen zu kontrollieren, Aufgaben zu durchdenken und wichtige Dinge im Gedächtnis zu behalten.

Doch Bluthochdruck ist nicht nur ein Problem im Alter. Immer mehr Studien zeigen, dass die Kontrolle des Blutdrucks in der Lebensmitte eine entscheidende Rolle dabei spielen kann, ob Menschen im Alter an Demenz erkranken.

Während der Blutdruck der entscheidende Faktor ist, müssen auch die medizinischen Probleme berücksichtigt werden, die Bluthochdruck verursachen können. Zum Beispiel ist Fettleibigkeit ein bedeutender Risikofaktor. Forscher haben gezeigt, dass sowohl Bluthochdruck als auch Fettleibigkeit bereits für sich genommen zu einer geringeren kognitiven Leistungsfähigkeit bei Männern führten – die Kombination aus Fettleibigkeit und Bluthochdruck hatte jedoch einen noch größeren Einfluss.

Ähnliches gilt für Nierenerkrankungen: Bei Patienten mit Nierenerkrankungen und Patienten mit Demenz wurden dieselben Auffälligkeiten in den Blutgefäßen des Gehirns festgestellt. Wichtig ist, dass Bluthochdruck ein zentraler Risikofaktor für Nierenerkrankungen ist.

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Blutdruck und Gedächtnis

Forscher der Johns Hopkins University in den USA haben kürzlich die Ergebnisse einer Langzeitstudie veröffentlicht, bei der 15.000 Teilnehmer über 20 Jahre hinweg untersucht wurden. Die Forschenden stellten eine starke Korrelation zwischen Bluthochdruck und Gedächtnisverlust fest. Teilnehmer mit Bluthochdruck in der Lebensmitte zeigten im Alter einen 6,5% stärkeren Rückgang von Gedächtnisleistung und kognitiven Fähigkeiten als Personen mit normalem Blutdruck.

Wenn Menschen jedoch in der Lebensmitte mit Bluthochdruck diagnostiziert wurden und Maßnahmen ergriffen, um ihren Blutdruck zu kontrollieren, schnitten sie im Alter bei kognitiven Tests deutlich besser ab.

Auffälliger Blutdruck kann Aufmerksamkeitsdefizite verursachen

Neben den Auswirkungen auf Hirnfunktion und Gedächtnis gibt es auch Hinweise darauf, dass abweichender Blutdruck unsere Fähigkeit, sich zu konzentrieren, beeinträchtigen kann. Eine aktuelle systematische Studie hat gezeigt, dass ein höherer Blutdruck die kognitive Leistung in verschiedenen Bereichen beeinflussen kann – und das auch ohne das Vorliegen von Demenz oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfällen. Blutdruck ist also ein Faktor für die kognitive Leistung, selbst wenn keine Demenz oder ein kardiovaskuläres Ereignis wie ein Schlaganfall vorliegt.

Die Autoren der Studie stellten außerdem fest, dass dies unabhängig von anderen sozioökonomischen Faktoren, medizinischen Begleiterkrankungen (wie Diabetes) und psychischen Störungen (wie Depressionen) der Fall war.

Natürlich ist weitere Forschung nötig, um die Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren zu bestätigen. Aber es könnte sinnvoll sein, deinen Blutdruck im Auge zu behalten, wenn du Veränderungen in deiner Konzentration oder deiner Aufmerksamkeitsspanne im Verlauf des Tages bemerkst.

Auswirkungen auf visuell-räumliche Fähigkeiten

Die visuell-räumliche Wahrnehmung ist wichtig, um zu erkennen, wo sich Objekte im Raum und zueinander befinden. Abweichender Blutdruck kann deine visuell-räumliche Wahrnehmung verändern und dein Urteilsvermögen darüber, wo sich Menschen und Objekte befinden, verzerren.

Eingeschränkte visuell-räumliche Fähigkeiten können zu folgenden Problemen führen:

  • Stolpern und Stürzen, weil Hindernisse nicht richtig eingeschätzt werden können
  • Schlechte Hand-Auge-Koordination
  • Verzerrte Tiefenwahrnehmung
  • Schwierigkeiten, Gesichter zu erkennen
  • Probleme bei alltäglichen Aufgaben wie Lesen

Bluthochdruck kann zu einem Rückgang der visuell-räumlichen Wahrnehmung führen. Personen mit normalem Blutdruck oder solche, die Medikamente gegen Bluthochdruck einnahmen, erzielten deutlich bessere Ergebnisse im so genannten Montreal Cognitive Assessment (neuropsychologischer Test) als Menschen mit Bluthochdruck. Dazu gehören die Bereiche visuell-räumliche Wahrnehmung, exekutive Funktionen, Aufmerksamkeit, Abstraktionsvermögen, Gedächtnis und Erinnerungsvermögen

Das Gehirn jung halten

Der Blutfluss zum Gehirn beeinflusst, wie viel Sauerstoff und Nährstoffe deinem Gehirn zur Verfügung stehen. Und ähnlich einem Lieferwagen, der im Stau stecken bleibt, kann dein Gehirn nicht die nötigen Ressourcen erhalten, um richtig zu arbeiten, wenn der Blutfluss gestört ist.

Bewegung kann den Blutfluss zum Gehirn verbessern. Außerdem werden dabei Endorphine (Wohlfühlhormone) freigesetzt und Stress wird reduziert. Sport ist auch eine gute Möglichkeit, deinen Blutdruck im gesunden Bereich zu halten, da er die Herzstärke erhöht. Das bedeutet, dass dein Herz mit weniger Anstrengung Blut pumpen kann und der Blutdruck dadurch sinkt.

Zusammenfassung

Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, der häufige Verzehr von hoch verarbeiteten Lebensmitteln und Bewegungsmangel können sowohl die kognitive Leistung als auch den Blutdruck negativ beeinflussen. Wenn du also deinen Lebensstil in Richtung gesünderer Gewohnheiten anpasst, kannst du gleichzeitig etwas Gutes für dein Gehirn und deine Herz-Kreislauf-Gesundheit tun.

Sobald du erfährst, dass du Bluthochdruck hast, kannst du Maßnahmen ergreifen. Die Kontrolle des Blutdrucks reduziert das Risiko, im späteren Leben an neurologischen Krankheiten zu leiden. Allerdings wird geschätzt, dass 1 von 3 Erwachsenen in Deutschland Bluthochdruck hat, aber die Hälfte der Betroffenen weder diagnostiziert noch behandelt wird. Hier kann das regelmäßige Messen deines Blutdrucks mit einem Hilo Band den entscheidenden Unterschied machen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und enthält keine medizinischen Ratschläge. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Die Informationen in diesem Artikel sind nicht dazu gedacht, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder vorzubeugen. Konsultiere eine qualifizierte medizinische Fachkraft, bevor du Änderungen an deinem Gesundheitsplan vornimmst.


Quellen

7 common causes of forgetfulness. Harvard Health Publishing. https://www.health.harvard.edu/blog/7-common-causes-of-forgetfulness-201302225923 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Study Reveals Brain’s Finely Tuned System of Energy Supply. University of Rochester Medical Center. https://www.urmc.rochester.edu/news/story/study-reveals-brains-finely-tuned-system-of-energy-supply (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Blood pressure test. National Health Service (NHS), UK. https://www.nhs.uk/tests-and-treatments/blood-pressure-test/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

High blood pressure. National Health Service (NHS), UK. https://www.nhs.uk/conditions/high-blood-pressure/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Low blood pressure. National Health Service (NHS), UK. https://www.nhs.uk/conditions/low-blood-pressure-hypotension/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

White Coat Syndrome. Cleveland Clinic. https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/23989-white-coat-syndrome (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Does Your Blood Pressure Fluctuate Widely? Here’s Why You Need to Pay Close Attention. Cleveland Clinic. https://health.clevelandclinic.org/does-your-blood-pressure-fluctuate-widely-heres-why-you-need-to-pay-close-attention (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Hilo Band. Hilo. https://hilo.com/de/blutdruckmessgerat/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

M. Canavan, M. J. O’Donnell, Hypertension and Cognitive Impairment: A Review of Mechanisms and Key Concepts (2022). Front. Neurol., 13, 821135. https://doi.org/10.3389/fneur.2022.821135 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

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R. F. Gottesman, M. Egle, R. C. Groechel, A. Mughal, Blood pressure and the brain: the conundrum of hypertension and dementia (2024). Cardiovas. Res., 120, 18, 2360. https://doi.org/10.1093/cvr/cvaf010 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

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A. Shapiro, R. E. Miller, H. E. King, E. H. Ginchereau, K. Fitzgibbon, Behavioral Consequences of Hypertension (1982). Hypertension, 4, 3, 355. https://doi.org/10.1016/j.cccb.2023.100165 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

J. S. Querido, A. William Sheel, Regulation of Cerebral Blood Flow During Exercise (2012). Sports Med., 37, 765. https://doi.org/10.2165/00007256-200737090-00002 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Exercise: A drug-free approach to lowering high blood pressure. Mayo Clinic. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/high-blood-pressure/in-depth/high-blood-pressure/art-20045206 (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Bluthochdruck in Zahlen. Deutsche Hochdruckliga.https://www.hochdruckliga.de/presse/informationen/bluthochdruck-in-zahlen (Letzter Zugriff Dezember 2025)

Hilfe, ich brauche eine neue Niere! Hanspeters Story. Hilo. https://hilo.com/de/art/leben-mit-pkd-blutdruck-nierentransplantation/ (Letzter Zugriff Dezember 2025)

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Piotr Kudela ist Webdesigner mit einem großen Interesse an Gesundheitstechnologie. Seine solide akademische Ausbildung wird durch einen beruflichen Hintergrund im Suchmaschinenmarketing ergänzt.

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